Das waren noch Zeiten am Ende des kalten Krieges. Der „SPIEGEL“ vom 23. April 1989 berichtete unter der Überschrift „Wir Europäer sollen uns opfern“ korrekt: „Das Szenario der ‚Wintex-Cimex‘-Übung 1989 der Nato hat die Bonner Koalitionspolitiker erschreckt. Die Amerikaner wollten 17 Atomwaffen in Mitteleuropa einsetzen, die Sowjet-Union aus Furcht vor einem Gegenschlag aber weitgehend schonen. Nun sollen die Minister Genscher und Stoltenberg Anfang dieser Woche in Washington fordern, daß mit Moskau möglichst bald auch über die atomaren Kurzstreckenraketen der Nato verhandelt wird.“ (aus: SPIEGEL 17/1989 v. 23.4.1989) 1989 führte das noch zum Protest deutscher Regierungspolitiker, weil sie verstanden, wer dabei verheizt werden sollte – seit der sog. Zeitenwende 2022 wird das direkt oder indirekt von allen deutschen Regierungsparteien propagiert und eingefordert (vgl. Nord Stream-Anschlag; https://www.nachdenkseiten.de/?p=140908). Wie Aufrüstung mit Angriffswaffen und der das Parlament übergehende Beschluss zur Stationierung von U.S. Mittelstreckenraketen in Deutschland ab 2026 ganze Regionen zur Zielscheibe machen, hat das Gutachten von Oberst a.D. Wolfgang Richter für die Friedrich-Ebert-Stiftung gezeigt (vgl. Richter, Wolfgang (2024): Stationierung von U.S. Mittelstreckenraketen in Deutschland. Konzeptioneller Hintergrund und Folgen für die europäische Sicherheit, S. 1-15, in: https://library.fes.de/pdf-files/bueros/wien/21371.pdf, S. 14). Aber das zu kritisieren, ist natürlich Kreml-Propaganda und pro-russische „Desinformation“.
Kriegsangst als „Krankheit“?
Da kann der UNO-Generalsekretär Antonio Guterres vor einer Ausweitung des Ukraine-Krieges warnen, wie er will: „Ich fürchte, die Welt schlafwandelt nicht in einen größeren Krieg, sie bewegt sich mit weit geöffneten Augen in ihn hinein.“ (Secretary-General’s briefing to the General Assembly on Priorities for 2023. un.org, 06.02.2023) Selbst der Historiker Sönke Neitzel war sich 2023 noch sicher: „Es geht Selenskyj darum, die Nato in diesen Krieg hineinzuziehen“ (stern.de v. 27.01.2023) Echte deutsche Wissenschaftler wissen es jedoch immer besser. Der Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, Joachim Krause, rechnete schon vor über zwei Jahren damit, dass NATO-Staaten in absehbarer Zeit Kampfjets an die Ukraine liefern. Mit Blick darauf sei „Eskalationsbereitschaft“ angesagt, nicht „Eskalationsphobie“, erklärt Krause, der auch dem Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik angehört, des militärpolitischen Strategiezentrums der Bundesregierung.
„Die Deutschen leiden unter einer Krankheit, die man als Eskalationsphobie bezeichnen muss.“ (Joachim Krause: „Eskalationsphobie – eine deutsche Krankheit“, in: FAZ v. 07.02.2023) Furcht vor einer Eskalation des Ukraine-Kriegs, die Krause als „Eskalationsphobie“ denunziert, ist in der deutschen Bevölkerung trotz aller Kriegspropaganda verbreitet. Im Oktober 2022 zeigte eine Umfrage, dass 59 Prozent der Bevölkerung Angst vor einem Dritten Weltkrieg haben. Am geringsten ausgeprägt war damals die Weltkriegsangst mit jeweils 51 Prozent bei Menschen mit monatlichem Durchschnittseinkommen von 4000 Euro oder mehr und bei Wählern von Bündnis 90/Die Grünen (vgl. focus.de v. 21.10.2022).
Das 1945 von Albert Einstein und anderen Atomphysikern gegründete “Bulletin of the Atomic Scientists” hat seine berühmte Weltuntergangsuhr vor kurzem auf 89 Sekunden vor Mitternacht umgestellt. Das ist der niedrigste Wert, den das auch von verschiedenen Nobelpreisträgern unterstützte Institut jemals gemeldet hat. Noch nie war die Gefahr eines atomaren Konflikts mit all seinen verheerenden Folgen nach Ansicht der Wissenschaftler so groß (https://thebulletin.org/doomsday-clock/current-time/). Eigentlich wäre auch dies abermals ein guter Grund gewesen, auf das Angebot des russischen Außenministers Lavrow von Oktober 2025 zu Gesprächen über Sicherheits- und Nichtangriffsvereinbarungen einzugehen (vgl. https://www.nachdenkseiten.de/?p=141340).
Als Mensch möchte man eigentlich nicht glauben, was sich auf Basis wissenschaftlicher Prüfungen – im Rahmen bescheidener Möglichkeiten – immer deutlicher aufdrängt. Danach befinden wir uns in einer äußerst gefährlichen Situation. Zweifelsohne gibt es einige Parallelen zum Sommer 1914, und wer sich diverse Darstellungen in Karl Kraus’ “Letze Tage der Menschheit” durchliest, hat bisweilen den Eindruck, sich mitten in einer durchschnittlichen Inforadio-, ARD- oder ZDF-Nachrichten- oder Talk-Sendung zu befinden. Doch jenseits aller ähnlich einseitigen Kriegstüchtigkeitsgeschwurbel und Feindbildern ohne Ende in vielen Redaktionen und Parteien, drängt sich das ungleich höhere Vernichtungspotenzial in der Gegenwart auf. Dieses Spezifikum wird von den handelnden Regierenden offensichtlich systematisch ausgeblendet, obwohl deren Amtseid nicht lautet, die Ukraine mit Waffen vollzupumpen, da wir nunmal “Krieg gegen Russland” führen, “egal, was meine Wähler sagen” (Baerbock), sondern “Schaden vom deutschen Volk abzuwenden” (GG). Selbst, wenn alle Atommächte nicht beabsichtigten, in den Krieg zu ziehen, wäre eine Nuklearkriegs-Katastrophe innerhalb weniger Minuten allein durch (technische) Fehlinterpretationen und Kettenreaktionen möglich (vgl. Annie Jacobsen: 72 Minuten bis zur Vernichtung: Atomkrieg – ein Szenario, Heyne Verlag, München 2024).
Der ehemalige Bundesaußenminister von einer ehemaligen Friedenspartei, Joseph Fischer, bezeichnet derweil die Deutschen mit offenbar abwertender Absicht kollektiv als „strukturelle Pazifisten“ und fordert, diese Einstellung dringend zu „revidieren“ (Welt.de v. 22.10.2025) Bereits am 6. April 2025 führte die ARD-Journalistin Caren Miosga für ihre gleichnamige Sendung ein Gespräch mit dem ehemaligen GRÜNEN-Außenminister Joseph Fischer. Nachdem Miosga wörtlich festhält: „In unserer DNA liegt Pazifismus“, fragt sie den Ex-68er: „Wie können wir diesen Code schneller überschreiben?“. Darauf antwortet der ehemalige Vertreter einer ehemaligen Friedenspartei: „Das geht zwar nicht über Nacht, aber es ging schon mal: in den 1950er-Jahren.“ Und Fischer setzt fort: „Mit der aktuellen Bedrohung wird das erneut möglich sein. Wir müssen.“ (zit. nach: Berliner Zeitung v. 7.4.2025) Ach ja, das waren noch Zeiten: die 50er Jahre. Alte Nazis gründeten Geheimdienste und Militär, die Russen waren an allem schuld, die Schulen und Hochschulen, der Justizapparat, aber auch die Krankenhäuser, Kirchen und Verwaltungen waren voll mit heldenhaften NSDAP-Mitgliedern, die Remilitarisierung beschlossen, die Kommunisten verboten – herrlich.
Aber wir alle müssen mit der Zeit gehen. Das einzig Schöne an Herrn Trump ist doch seine erbarmungslose Ehrlichkeit. Der mächtigste Politiker der Welt hat einfach viel um die Ohren. Da kann schonmal was durcheinander geraten. Zumal, wenn man sich schon aufs nächste Golfspiel konzentrieren muss. Dann fliegt man halt ins “russische” Alaska, um sich mit Putin zu treffen oder nennt den japanischen Regierungschef “Mr. Japan”, weil dessen Name ja auch so kompliziert klingt. Mal lobt man einen afrikanischen Präsidenten des anglophonen Landes Liberia für sein “gutes Englisch” und dann bezeichnet man die Staaten südlich der USA rassistisch als “Shithole Countries”. Selbst den nicht vorhandenen Konflikt zwischen Aserbaidschan und “Albanien” hat er nach eigenen Worten gelöst. Das arme us-amerikanische Volk muss offensichtlich so verzweifelt von den korrupten Demokraten gewesen sein und zugleich so verblödet oder verroht worden sein, dass sie sich dieses Universalgenie und diesen Milliardärsschutzheiligen gewählt haben. Aber wer weiß, vielleicht ändern ja Herr Mamdani und die New Yorker doch noch mal die Kräfteverhältnisse.
Bis dahin schadet Bildung nur – Vermögens- und Macht-Bildung ist viel besser. Denn wer erfüllt alle Kriterien klassischer Schutzgelderpressung im Stile von Mafia und Monopolkapital im globalen Maßstab? Mord-Amerika macht Macky Messer mega-neidisch. Selbst seine rektalen Kriecher und Kriecherinnen aus NATO- und EU-Staaten verhalten sich haargenauso wie die widerlich-winselnden Assis von Al Capone und Co. aus jedem durchschnittlichen Mafia-Film Hollywoods. Und wie dort tritt er sie wie Straßenköter in den Dreck und lässt sich danach als “Daddy” von ihnen die Schuhe und den Hintern blanklecken. Echte Verbrecherbanden allà Ndrangheta, Camorrha und andere Mafiosis erblassen fast vor Neid. Der Terrorpate setzt das humanistische Kuba auf die Terror-Liste. Der Drogenbaron bedroht Venezuela und Kolumbien für den von den USA kontrollierten Drogenhandel. Der Putsch-Populist bestraft Brasilien für dessen Rechtstaatlichkeit und erfindet Völkermorde an „Weißen“ oder „Christen“ in Südafrika und Nigeria. Und mit seinem schwanzwedelnden Kumpel aus der Blackrock-Republik Germany hilft er Netanjahu beim Völkermorden an der „Riviera“. Make Genocide great again. Wie schön!
Vor dem Hintergrund dieses kompletten Wahnsinns ergibt fast alles wieder einen Sinn. Die NATO erhält den „Westfälischen Friedenspreis“. Das Verteidigungsministerium des aggressivsten imperialistischen Staates heißt folgerichtig wieder „Kriegsministerium“. In Europa haben sich die Vasallen bereits an die inhaltlichen Vorgaben der neuen Sprachregelung angepasst. Nur manchmal stören noch die alten Begriffe. Natürlich sollte es eigentlich nicht „Friedensnobelpreis“ heißen, sondern „Kriegsnobelpreis“. Die Preisträgerin von 2025 fordert schließlich unentwegt einen Angriffskrieg der USA auf ihr zufällig erdölreiches Heimatland Venezuela (vgl. https://seniora.org/wunsch-nach-frieden/der-wunsch-nach-frieden/vergiss-nicht-corina). Woanders nennt man so etwas wahrscheinlich Hochverrat und bestraft es mit der Höchststrafe.
Doch daran haben sich bereits fast alle gewöhnt: Dass der EU-Sacharow-Preis regelmäßig nur fixiert ist auf Menschenrechtler bzw. Menschenrechte in Russland oder Belarus, scheint mittlerweile selbstverständlich zu sein. Warum sollte sich auch ein europäischer Menschenrechts-Preis mit Menschenrechtsverletzungen, Grundrechtseinschränkungen, Wahlmanipulationen und anderem im EU-Einflussbereich seit Corona beschäftigen? Wen interessiert das schon? Dann doch lieber Gefängnisinsassen bejubeln, die Polizisten angegriffen haben oder Hochverrat gegen ihre eigene staatliche Integrität vollziehen. Und so waren die Ausgezeichneten für 2025 natürlich vorhersehbar in Georgien (misslungener Regime Change 2024/25) und in Belarus (misslungene Regime Changes seit vielen Jahren) im Gefängnis – und nicht etwa entrechtete deutsche Journalisten (von Red Media, Anti-Spiegel u.a.; vgl. https://www.nachdenkseiten.de/?p=139878) oder inhaftierte bzw. verbotene Oppositionspolitiker in Rumänien oder Moldawien. Und schon gar nicht Julian Assange und Edward Snowden. Wo kämen wir denn dahin?
„Kriegspreis“ des deutschen Buchhandels?
Würde man all die Veranstaltungen, Preise, Auszeichnungen und Einladungen der letzten Jahre aufzählen wollen, die kurzfristig abgesagt und zurückgezogen wurden, weil der betreffenden Person wegen Besatzungs- oder Genozid-Kritik „Antisemitismus“ unterstellt wurde, käme man kaum zu einem Ende (vgl. https://www.jungewelt.de/artikel/510856.propaganda-das-h%C3%B6hnische-lachen-der-islamisten.html?sstr= und https://www.jungewelt.de/artikel/510306.antisemitismus-demokratieabbau-mit-gutem-gewissen.html). Umgekehrt sind die Genozidleugner, Kriegsverharmloser und -komplizen nicht nur immer besser angesehen, sondern immer häufiger gerade auch für friedensrelevante Auszeichnungen vorgesehen. Auch beim sogenannten Friedens-Preis des deutschen Buchhandels scheinen seit Jahren Russophobie und Kriegshetze kein Hinderungsgrund, sondern vielmehr ausschlaggebend für ihre „Friedens“-Auszeichnung durch die Jury zu sein (vgl. https://www.nachdenkseiten.de/?p=140937).
Und das Friedens-Nobelpreis-Komitee 2025 hat sich – wie bereits erwähnt – eine explizit rechtsextreme Kriegshetzerin aus Venezuela ausgewählt. Sehr geschmackvoll. Herr Trump durfte es leider noch nicht werden, aber eine seiner Anhängerinnen, die explizit einen Überfall der USA auf Venezuela fordert, ist ja auch schon was. Außerdem hat sie ihren Preis gleich Donald Trump gewidmet. Der Friedensbegriff des Nobelpreis-Komitees scheint indes etwas eigentümlich zu sein.
Eigentlich hatte man sich nach der Nazi-Zeit darauf geeinigt, Menschen nicht mit Tieren gleichzusetzen. Für praktisch alle gesellschaftlichen Gruppen hat das auch im Humorgeschäft zu gelten – außer für Kinder. Denn, wer in Deutschland in der Corona-Zeit Kinder mit „Ratten“ (in der Pest-Zeit) verglich, wie der Journalist Böhmermann, erhielt danach keinen morgendlichen Besuch von der Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung, sondern den Grimme-Preis (vgl. https://www.nachdenkseiten.de/?p=128066; https://www.welt.de/vermischtes/article236565051/Jan-Boehmermann-Kinder-sind-schlimmer-als-Aluhut-Traeger.html; https://www.tagesschau.de/kultur/grimme-preise-105.html).
Noch etwas früher erschien ein Beitrag in der Deutschen Wochenzeitung „Das Reich“ vom NS-Reichsminister Dr. Joseph Goebbels. Die Überschrift des Beitrags vom 9. Juli 1944 lautete „Kriegstüchtig, wie nur je“. Schon acht Jahre vorher forderte Adolf Hitler im sog. Vierjahresplan 1936: „Die deutsche Wirtschaft muss in vier Jahren kriegsfähig sein.“ Wer „alles für Deutschland“ ruft (SA 1933; AFD-Politiker Höcke 2023), kommt vor Gericht – wer „alles für Deutschlands Kriegstüchtigkeit“ ruft, kommt ins Fernsehen und ins Kabinett. Das erkläre man mal einem Kind in Richtung demokratische Bildung.
Vom „Volkssturm“ über „Oma Courage“ zum Korczak-Preis?
Doch NS-Anleihen scheinen in der bürgerlichen Mitte en vogue zu sein. Der sog. Volkssturm war das letzte Aufgebot der Nazis 1944/45, bei dem Senioren und Kinder noch kurz vor Kriegsende zwangsrekrutiert wurden, um den „Heldentod“ gegen die alliierten Soldaten zu sterben. Wer sich damit gemein macht, hat einen eigentümlichen Humor. Marie-Agnes Strack-Zimmermann rief in wahrscheinlich satirischer Absicht in der Heute-Show vom 16. Februar 2019: „Ich bin gut für den Volkssturm … Russen, passt auf, was Sache ist!“ (Heute Show v. 16.2.2019). Es ist bezeichnend, dass an Strack-Zimmermanns „Volkssturm“ genauso wenig öffentlich Anstoß genommen wurde, wie an Pistorius‘ „Kriegstüchtigkeit“. Offensichtlich gibt es für manche NS-Anspielungen eine sehr große Toleranz in Deutschland.
Niemand wird klüger im Theaterstück „Kinder der Mutter Courage“ von Bertolt Brecht; nur ein behindertes Kind lernt und rettet mit ihrem Trommeln die Zivilbevölkerung von Halle im 30-jährigen Krieg – und wird dafür von Soldaten ermordet. Seine Mutter, die „Mutter Courage“ versucht als kleine Händlerin vom 30jährigen Krieg zu profitieren und verliert nach und nach alle ihre Kinder an den Krieg, bleibt aber unbelehrbar. Im Wahlkampf 2024 zum EU-Parlament inszenierte sich die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf riesigen Plakaten als „Oma Courage“. Auch behauptete sie allen Ernstes im österreichischen Fernsehsender ORF, Putin habe „hunderte Millionen Menschen“ umgebracht und die Ukraine ernähre mit ihrem Weizen „70 Milliarden Menschen“ (bei einer Weltbevölkerung von etwa 8 Mrd.; ORF.at v. 23.3.2025; vgl. https://www.nachdenkseiten.de/?p=130845).
Bei solchem „Volkssturm“-Humor und geistiger Verwahrlosung fehlte eigentlich nur noch ein Preis dafür. Doch soviel Phantasie haben nicht einmal professionelle Satiriker/innen gehabt: Eine rechts-autoritäre Rüstungslobbyistin erhält den nach einem Friedens-, Reform- und Demokratie-Pädagogen benannten Janusz Korczak-Preis 2025. Und, als wäre das nicht schon genug der Real-Satire, lässt sie sich die Laudatio auch noch von einem anderen Rüstungslobbyisten mit akademischem Titel halten. Die FDP-Politikerin, leidenschaftliche Russen-Hasserin und „Volkssturm“-Verherrlicherin Marie-Agnes Strack-Zimmermann erhielt im Jahre 2025 von der Münchner Janusz Korczak-Gesellschaft den nach dem Pädagogen benannten Preis und der Militarist Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität durfte ihr tatsächlich die Laudatio sprechen. Jetzt ließe sich fragen, was das für eine Janusz Korczak-Gesellschaft sein muss, die eine solche Preisverleihung veranstaltet, ohne auch nur die kleinsten Bedenken hinsichtlich des geistigen und realen Erbes Janusz Korczak‘ zu verspüren. Achim Bernhard hat das zurecht als Verhöhnung des Lebenswerkes Janusz Korczaks bezeichnet (vgl. https://politeknik.de/preis-fuer-menschlichkeit-oder-verhoehnung-des-lebenswerkes-janusz-korczaks-armin-bernhard/).
Sichtbar wird zumindest, dass fast all diese Preisverleihungen als bezeichnend interpretiert werden dürfen für den kognitiv-mentalen Zustand der deutschen Geistes-Gegenwart seit dem Ausrufen der sog. Zeitenwende 2022. Der Feind steht mal wieder im Osten. Er war ebengerade noch ruiniert und am Boden, doch jetzt befindet er sich auch schon kurz vor dem Brandenburger Tor. Das heißt: Nein, er ist so fair, auf die NATO-Aufrüstung bis 2029 zu warten und greift dann an. Jede/r, der oder die diese seit Jahren komplett irrationalen und unverantwortlichen Nato-Narrative infrage stellt, wird verdächtigt, mit dem „russischen Aggressor“ verbandelt zu sein.
Dagegen lässt sich doch ziemlich klar erkennen: Die Gefahr kommt nicht von außen, sondern von oben. Nicht der „Feind im Osten“, sondern die Herrschenden und ihre Regierung bedrohen das Leben der Bevölkerung und insbesondere der Kinder durch Aufrüstung und Sozialabbau.
Bild mit Hilfe von KI generiert























